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Normalerweise kann ein Barrique-Fass nur etwa 3 Jahre genutzt werden, wenn der
Wein noch deutliche Holzaromen aufweisen soll. Bei einem Kaufpreis von rund 600
EUR pro 225 l - Fass und einer dreimaligen Wein-Belegung für jeweils 12 Monate
entstehen alleine Materialkosten von ca. 0,89 EUR oder SFR. 1.35 pro Liter Wein.
Es gibt eine Reihe von Weinen im mittleren Qualitätssegment, für die Barriques
aus Kostengründen nicht in Frage kommen. Durch den Einsatz von Eichenholz kann
einem Wein aber deutlich mehr Fülle und Vollmundigkeit verliehen werden. Um ohne
teure Barrique-Fässer zu den begehrten Holzaromen zu gelangen, kommt eine ganze
Reihe von Möglichkeiten in Betracht. Neben den „oak-chips“ (Eichenholzspänen)
werden vor allem sogenannte „inner staves“ (innen liegende Eichenholz-Dauben)
verwendet.
Bei den oak-chips unterscheidet man in der Körnung (grob, mittel, fein bis hin
zu Sägemehl), dem Toast- bzw. Röstgrad und der geographischen Herkunft.
Ausschlaggebend für den Effekt ist aber vor allem die Aufwandmenge pro Liter
Wein. Je nach Wein werden chips zwischen ca. 5-10 g/l verwendet. Sie können in
die Maische, in den Most oder auch zum Wein vor oder nach dem BSA (biologischen
Säureabbau) zugegeben werden. Es ist möglich, die Menge Eichenholz an den Wein
anzupassen und den beabsichtigten Stil herauszuarbeiten. Ein enormer Vorteil
gegenüber den übrigen Alternativen. Die Materialkosten der oak-chips liegen in
etwa bei EUR 7.50 p/kg und wirken sich somit mit rund 5 Cents oder 0,08 SFR pro
Liter auf den Weinpreis aus. Ein enormer Preisvorteil gegenüber dem Ausbau mit
Barrique-Fässern.
„Inner staves“ sind dünne Eichenholzlatten in unterschiedlichen Toastgraden. Sie
werden im Inneren von Weintanks vor Befüllung fest montiert.
Eine weitere Möglichkeit des Holzkontaktes mit Wein wird mit australischen
Spezialtanks angeboten. Diese „Stakvats“ (Stapeltanks) verfügen über einen
kubischen Edelstahlkörper mit Seitenwänden aus Eichendauben. Die Seitenwände
sind getoastet und können je nach Bedarf erneuert werden. Vergleichbar mit
Holzfässern gelangt Sauerstoff in den Wein. Zusätzlich lassen sich in die
Stakvats „inner staves“ einbauen. Dennoch ist der Holzeinfluss auch bei einem
mit „inner staves“ vollgepacktem Stakvat geringer als bei einem neuen Barrique.
Die meisten Weine mit Holzkontakt weisen mehr Farbe auf. Generell konnte in den
Verkostungen der Eindruck gewonnen werden, dass durch die Verwendung von
oak-chips die Weine aromatischer, vielfältiger und tiefgründiger wurden. Die
sortentypische Frucht wird geringer. Jedoch kann ein Wein im Tank ausgebaut
durch die Verwendung von oak-chips nicht zu einem Barrique-Wein gemacht werden.
Dazu ist der Tankbausbau zu reduktiv und meistens oft das Lesegut nicht
hochwertig genug. Gute Erfahrungen wurden mit der Verwendung von oak-chips in
gebrauchten Barriques gemacht.
Es wird versucht, die Verwendung von oak-chips „als Kontakt des Weins mit Holz“
anzusehen und nicht als eine Aromatisierung, die bei uns eigentlich unzulässig
wäre. Noch ist der Einsatz von Eichenholz-Chips vorwiegend für Weine aus der
„Neuen Welt“ bekannt.
 
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